Flexible Angebote für den ÖPNV PDF Drucken E-Mail

Flexible Verkehre im ÖPNV haben sich mittlerweile in Deutschland fest etabliert. Sie dienen als günstige Alternative zum herkömmlichen ÖPNV.

Rufbusse, Anrufbusse, Anrufsammeltaxis, Anruflinientaxis etc. werden eingesetzt um Kosten zu sparen und trotzdem ein  attraktives Angebot aufrecht zu erhalten. Hauptsächlich in der Fläche und zu Zeiten schwacher Nachfrage finden flexible Verkehre ihre Verwendung.

Die Betriebsformen lassen sich in die vier verschiedene Bereiche Linienbetrieb, Richtungsbandbetrieb, Sektorbetrieb und Flächenbetrieb systematisieren:

Betriebsformen im ÖPNV

Betriebsformen [nach Kirchhoff, P., Verbesserungen des ÖPNV im ländlichen Raum durch planerische und technische Maßnahmen, Der Nahverkehr 6/87]

Der Wikipedia-Artikel über ÖPNV-Sonderformen gibt eine Übersicht über die flexiblen Verkehre.

Im Sinne der Daseinsvorsorge ermöglichen flexible Verkehre es so, daß es überhaupt zu darstellbaren Kosten möglich ist, nachfrageschwache Gebiete zu nachfrageschwachen Zeiten an den ÖPNV anzubinden.

Allerdings ist der Aufwand für Betrieb und Abrechnung deutlich höher als für herkömmliche Verkehre. Buchung, Fahrtwunschübermittlung an den Fahrer und Abrechnung bedeuten zusätzlichen Aufwand für das Personal und muss oft zusätzlich zur eigentlichen Tätigkeit mit übernommen werden. Die Lösungsansätze, diese Zusatzarbeit zu bewältigen reichen von einer manuellen Bearbeitung und Zettel-Dokumentation jedes Einzelfalles bis zur allumfassenden Software, die von Fahrtwunschannahme über Meldung an den Fahrer bis zur Abrechnung alles übernimmt. Vorteil der Zettellösung ist, dass schnell und einfach mit dem flexiblen Verkehr angefangen werden kann. Der Fahrgast quittiert evtl. noch die Durchführung der Fahrt mit einer Unterschrift. Damit Dokumentiert das Verkehrs­unternehmen, dass die Fahrt tatsächlich durchgeführt wurde. So wird Betrugsversuchen vorgebeugt. Allerdings sammelt sich schnell ein Wust von Einzelnachweisen, Zetteln und Quittungen an, der von dem Personal, welches diese Aufgabe ja in der Regel als Zusatzaufgabe bekommen hat, höchstens Stichprobenweise nachkontrolliert werden kann. Vorteil der Softwarelösung ist, dass man einfach die Übersicht über die tatsächlich durchgeführte Leistung erhält und durch den Betrieb der Software eine korrekte Durchführung und Abrechnung der flexiblen Verkehre gewährleistet ist. Solche um­fassende Systeme sind in der Anschaffung und evtl. auch noch im Betrieb nicht ganz billig. Aus diesem Grund wird häufig mit der „Low Budget“ Version, also der Zettellösung angefangen um zu sehen, ob sich der Betrieb überhaupt lohnt. Wenn die Idee mit dem Anruf-Sammel-Taxi erfolgreich ist, kann man ja immer noch auch die Softwarelösung umschwenken.

Jedoch ist nichts so beständig wie ein Provisorium. So kommt es, dass viele solcher Verkehre über Jahre hinweg ohne vernünftige Möglichkeit der Überprüfung weiter betrieben werden. Eine Rückkoppelung auf die Planung ist nicht möglich – dazu müssten erst einmal viele Kartons voll mit Einzelnachweisen gesichtet und ausgewertet werden.

Im Downloadbereich finden Sie zwei Dateien „AST-1.x.xls“ und „Rufbus-1.x.xls“. Das sind Excel-Tabellen, die mit Skripten, Formeln und Verknüpfungen so erstellt wurden, dass ein Rufbusbetrieb bzw. Anrufsammeltaxibetrieb durchgeführt und abgerechnet werden kann. Weiterhin bietet es verschiedene für die Planung relevante Statistiken an. Die zu Grunde liegenden VBA-Programme unterliegen der GNU General Public License (GPL). Das Programm kann also frei und ohne Einschränkungen genutzt werden. Es kann auch einfach weitergegeben werden, jedoch mit der Einschränkung, dass das Programm weiterhin der selben Lizenz unterliegt. Jedoch wird vom Autor keinerlei Garantie auf die Richtigkeit und Funktionstüchtigkeit gegeben. Die GPL ist eine sehr weit verbreitete Lizenz, die beispielsweise auch vom Linux-Kernel genutzt wird. Nähere Informationen sind auch in dem zugehörigen Wikipedia-Artikel zu finden. Die Programme sind seit Dezember 2007 im Landkreis Fürstenfeldbruck erfolgreich im Einsatz.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 23. Oktober 2012 um 21:07 Uhr
 
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